kein Bock auf Nazis

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Empire St. Pauli ist ein ziemlich gelungener Film über das Thema Gentrifizierung, das in den letzten 5 Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden ist: Heruntergekommene Stadtviertel bieten Studierenden, Künstlern und Migranten günstige Mieten, die wiederum mit neuen Kneipen, Ateliers, Wohnprojekten und Kulturvereinen das Viertel aufpeppen - bis schließlich Makler hinterherziehen, die alten Häuser aufkaufen, sanieren und an Besserverdiener vermieten, die sich eben genau dieses multikulturelle Lebensgefühl (Stichwort "Trendbezirk") geben wollen. Ein paar Jahre später sind für die ursprünglichen Subkulturen und Kiezbewohner die Mieten dadurch soweit gestiegen, dass sie in andere Viertel mit billigeren Lebenshaltungskosten umziehen - der Kreislauf beginnt von vorne.

Das ist nicht nur ein Phänomen in Städten wie Berlin und Hamburg (als wir 2007 in Berlin waren, meinten die Natives, dass wohl nach zwei, drei Jahren schlechten Schlagzeilen bald Neukölln dran wäre, zum hippen Kiez zu werden), das kommt auch durchaus in kleineren Städten vor. In der Karlsruher Südstadt sieht man inzwischen immer wieder Slogans wie "Yuppies, go home!" an die Wände von hippen, neuen Häusern gesprüht; ein Zeichen, dass den Kiezbewohnern der Wandel bewußt ist.

Das Ziel der Autoren von Empire St. Pauli ist auch die Information; deswegen kann man den Film als DVD mit Infobroschüre für 10,- (+ 2,- Versand) bestellen. Zudem wurde er unter der Creative-Commons-Lizenz BY-NC-ND 3.0 veröffentlicht, man kann ihn also öffentlich aufführen und vervielfältigen, wenn man den Namen des Autors nennt, die Nutzung nicht kommerziell ist und das Werk auch nicht weiterverwendet wird.